RATGEBER / BEHANDLUNG & AUFKLÄRUNG

Schmerzensgeld nach Schulter-OP: 2.000 Euro bei fehlender Einwilligung

Das OLG Köln bestätigte 2016 ein Schmerzensgeld von 2.000 Euro wegen einer nicht von der Einwilligung gedeckten Erweiterung einer Schulteroperation. Berücksichtigt wurden insbesondere eine zusätzliche Narbe und eine verzögerte Heilung. Nicht sämtliche späteren Beschwerden wurden diesem Eingriff zugerechnet. Fehlende Einwilligung und ein technisch fehlerhafter Eingriff sind dabei unterschiedliche rechtliche Fragen.

01 / WAS WAR PASSIERT?

Der konkrete Sachverhalt.

Bei einer Schulterarthroskopie wurde eine Sehnennaht in einem offenen Verfahren vorgenommen. Die Erweiterung war nicht von einer ausreichend aufgeklärten Einwilligung gedeckt. Berücksichtigt wurden insbesondere die zusätzliche Narbe und verlängerte Beschwerden.

02 / DIE ENTSCHEIDUNG IM ORIGINAL

Einzelfallentscheidung – kein Schmerzensgeldtarif.

Verfahrensart: Urteil. Gerichtsdatum: 09.03.2016. Dieses Datum ist nicht das Veröffentlichungsdatum des Artikels.

Einzelfall mit Originalangabe – keine Spanne und keine Kaufkraftanpassung.
GerichtDatumAktenzeichenVerletzungBetrag / ErgebnisPrimärquelle
OLG Köln5 U 36/15Schulteroperation ohne ausreichende Aufklärung über die Erweiterung2.000 Euro
2.000 Euro Schmerzensgeld blieben bestehen. Weitere geltend gemachte Restbeschwerden waren der Operationserweiterung nicht nachweisbar zuzurechnen. Gesonderte Gutachterkosten gehören nicht in den Schmerzensgeldbetrag.
Amtlicher Entscheidungstext
Rn. 15–26

2.000 Euro Schmerzensgeld blieben bestehen. Weitere geltend gemachte Restbeschwerden waren der Operationserweiterung nicht nachweisbar zuzurechnen. Gesonderte Gutachterkosten gehören nicht in den Schmerzensgeldbetrag.

03 / WAS DER FALL ZEIGT

Aufklärungsfehler und Behandlungsfehler sind zu trennen

Im Mittelpunkt stand die Reichweite der Einwilligung in den Eingriff. Die Operation wurde offen erweitert; nach der Entscheidung war dieser Schritt nicht hinreichend gedeckt. Das ist eine andere Frage als die Behauptung, die medizinische Ausführung sei technisch fehlerhaft gewesen.

Für den Betrag waren die zurechenbaren zusätzlichen Folgen maßgeblich, insbesondere eine etwa vier Zentimeter lange Narbe und eine Heilungsverzögerung von sechs Wochen. Diese Angaben stammen aus den Entscheidungsgründen und beschreiben keinen pauschalen Zuschlag. Andere anhaltende Schulterbeschwerden wurden nicht vollständig dem beanstandeten Eingriff zugerechnet. Für eine Prüfung sind deshalb Aufklärungsbogen, Operationsbericht und Befundverlauf gemeinsam wichtig.

So prüfen Sie die Vergleichbarkeit.

  1. Befund abgleichen: Vergleichen Sie die festgestellten Verletzungen und den Verlauf, nicht nur das Diagnosewort.
  2. Ergebnis richtig lesen: Unterscheiden Sie Forderung, frühere Zahlung, Gesamtbetrag und noch offene Nachzahlung.
  3. Haftung mitdenken: Prüfen Sie, ob die Entscheidung Mitverschulden, eigene Tiergefahr oder andere Besonderheiten berücksichtigt.

Diese Entscheidung ist ein Beispiel, keine Spanne und keine Kaufkraftanpassung. Sie ersetzt keine Prüfung Ihres Sachverhalts und garantiert kein Ergebnis.

Grundlagen: Behandlung & Aufklärung · Unterlagen und Nachweise

Quellen und rechtliche Grundlagen.

OLG Köln, Urteil vom 09.03.2016, 5 U 36/15
Amtlicher Entscheidungstext; Fundstelle: Rn. 15–26.

Die gesetzlichen Links ordnen die behandelten Rechtsfragen ein. Der jeweilige Betrag und die konkreten Feststellungen stammen aus der verlinkten Gerichtsquelle. Die besprochenen Verfahren werden nicht als eigene Mandate oder Erfolge der Kanzlei dargestellt.

Autor: Rechtsanwalt Uğur Demirel, Rechtsanwaltskammer Hamm. Redaktionsgrundsätze und Korrekturhinweise.

GUT ZU WISSEN

Fragen zu diesem Thema.

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Was wurde in dieser Entscheidung zum Schmerzensgeld festgehalten?

2.000 Euro Schmerzensgeld blieben bestehen. Weitere geltend gemachte Restbeschwerden waren der Operationserweiterung nicht nachweisbar zuzurechnen. Gesonderte Gutachterkosten gehören nicht in den Schmerzensgeldbetrag.

Hat das Gericht alle späteren Schulterbeschwerden berücksichtigt?

Nein. Die Entschädigung bezog sich auf die dem nicht gedeckten Eingriff zurechenbaren Folgen. Weitere Beschwerden wurden nicht sämtlich diesem Geschehen zugerechnet.

Wie lässt sich der Fall mit meiner Situation vergleichen?

Prüfen Sie die tatsächlich festgestellten Folgen: Schulteroperation ohne ausreichende Aufklärung über die Erweiterung. Hinzu kommen Behandlungsverlauf, Haftungsanteile und frühere Zahlungen. Der veröffentlichte Fall liefert keinen garantierten Betrag für eine andere Person. Eine Anfrage wahrt keine Frist.

VOM VERGLEICHSFALL ZU IHREM ANLIEGEN

Was bedeutet das für Ihren Fall?

Schildern Sie Ereignis, Folgen und bisherige Zahlungen. Umfang und Kosten einer möglichen Beauftragung werden vorab geklärt. Eine Anfrage wahrt keine Frist.

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