DIE KURZE ANTWORT
Nach einem Verkehrsunfall kann bei einer zurechenbaren Verletzung von Körper oder Gesundheit ein Schmerzensgeldanspruch bestehen. Zu klären sind insbesondere Haftung, Verletzungsnachweis und Folgen. Daneben kommen je nach Sachverhalt weitere Schadenspositionen in Betracht.
Auf dieser Seite
Zuerst Haftung und Verletzung klären
Für die Unfallregulierung werden das Unfallgeschehen und die gesundheitlichen Auswirkungen getrennt aufgearbeitet. Wichtig sind die Beteiligten, der Hergang, vorhandene Fotos, Zeugen sowie die Unterlagen von Polizei und Versicherungen. Die medizinischen Befunde zeigen, welche Verletzungen festgestellt wurden.
Die Haftung kann sich unter anderem aus dem Straßenverkehrsgesetz ergeben. Bei einem versicherten Kraftfahrzeug kommt regelmäßig auch ein Direktanspruch gegen den zuständigen Haftpflichtversicherer in Betracht. Welche Personen und Versicherungen in Anspruch genommen werden können, muss anhand des konkreten Unfalls geprüft werden.
Welche medizinischen Unterlagen helfen
Bewahren Sie Befunde der ersten Untersuchung, Entlassungsberichte, Überweisungen und Unterlagen über weitere Behandlungen auf. Lassen Sie Ihre Beschwerden medizinisch abklären; diese Seite ersetzt keine Untersuchung. Für die rechtliche Aufarbeitung zählt auch, wie sich der Gesundheitszustand seit dem Unfall entwickelt hat.
Dokumentieren Sie nachvollziehbar, welche Einschränkungen bestehen. Arbeitsunfähigkeitszeiten, Einschränkungen im Haushalt und ein veränderter Alltag können relevant sein. Angaben zu bereits vorher vorhandenen Beschwerden helfen, den neuen Schaden korrekt einzuordnen.
Schmerzensgeld ist eine von mehreren Positionen
Neben dem Ausgleich immaterieller Folgen können beispielsweise Verdienstausfall, erforderliche Behandlungskosten, Fahrtkosten oder ein Haushaltsführungsschaden zu prüfen sein. Ob und in welchem Umfang Ersatz verlangt werden kann, hängt jeweils von den Voraussetzungen und Belegen ab.
Es ist sinnvoll, Zahlungen und Angebote nach Positionen zu ordnen. Dadurch wird erkennbar, ob eine Summe nur das Schmerzensgeld betrifft oder ob die Versicherung damit weitere Ansprüche abschließend erledigen möchte. Belege über Ausgaben sollten unabhängig davon vollständig erhalten bleiben.
Ein Versicherungsangebot sorgfältig lesen
Für die Bewertung eines Angebots sind die zugrunde gelegten Verletzungen, der Behandlungsstand und eine mögliche Haftungsquote entscheidend. Bei noch unklaren Dauerfolgen sollte erkennbar sein, wie diese im Angebot behandelt werden.
Achten Sie besonders auf Formulierungen zu künftigen Ansprüchen und eine beigefügte Abfindungs- oder Erledigungserklärung. Eine abschließende Einigung kann weiter reichen als die Auszahlungssumme vermuten lässt. Vor einer Bindung lassen sich Betrag, Umfang und offene Fragen gemeinsam prüfen.
GUT VORBEREITET
Das können Sie bereithalten
- Unfalldatum, Beteiligte, Versicherer und Schadennummer
- Unfallunterlagen, Fotos und mögliche Zeugen
- Ärztliche Unterlagen und Behandlungsverlauf
- Angebote, Zahlungen und Abfindungserklärungen
Für einen ersten Kontakt müssen nicht bereits sämtliche Unterlagen vorliegen. Bekannte Fristen bitte sofort nennen.
Ihren Fall besprechenRechtliche Grundlagen & Quellen
- § 7 StVG · Haftung des Fahrzeughalters
- § 11 StVG · Personenschaden
- § 115 VVG · Direktanspruch gegen den Versicherer
- § 254 BGB · Mitverschulden
Allgemeine Orientierung zum deutschen Recht. Die Inhalte ersetzen keine Prüfung Ihres konkreten Falls. Weitere Hinweise zur Redaktion und zu Korrekturen finden Sie unter Quellen & Redaktion.