DIE KURZE ANTWORT
Schmerzensgeldtabellen sammeln Gerichtsentscheidungen und deren zugesprochene Beträge. Sie bieten Orientierung, sind aber kein verbindlicher Tarif. Eine Entscheidung lässt sich erst sinnvoll vergleichen, wenn Verletzungen, Verlauf, Dauerfolgen und besondere Umstände bekannt sind.
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Was hinter einem Tabellenbetrag steht
Ein kurzer Tabelleneintrag verdichtet häufig einen langen Rechtsstreit. Neben einer Diagnose können mehrere Verletzungen, schwierige Behandlungen oder dauerhafte Beeinträchtigungen eine Rolle gespielt haben. Auch die Frage, ob die Haftung vollständig feststand, kann für den Vergleich wichtig sein.
Lesen Sie deshalb nicht ausschließlich die Zahl. Hilfreich sind Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und eine nachvollziehbare Beschreibung des Schadensbilds. Soweit verfügbar, sollte die zugrunde liegende Entscheidung herangezogen werden. Eine Trefferliste allein liefert noch keine individuelle Bewertung.
Diese Punkte sollten übereinstimmen
Vergleichbar sein sollten insbesondere die Schwere der Verletzung, die Behandlungsdauer, die Intensität der Beschwerden und die Prognose. Ein ausgeheilter Bruch und ein Bruch mit dauerhafter Bewegungseinschränkung sind trotz ähnlicher Bezeichnung verschiedene Ausgangslagen.
Besondere Auswirkungen auf die Lebensführung können ebenfalls erheblich sein. Dazu gehört beispielsweise, dass bestimmte Tätigkeiten dauerhaft nicht mehr möglich sind. Solche Unterschiede müssen aus der eigenen Dokumentation hervorgehen, damit ein Vergleich nicht an einer oberflächlichen Diagnosegleichheit hängen bleibt.
Warum wir hier keine pauschale Preisliste veröffentlichen
Ein Betrag ohne überprüfbares Urteil und ohne die entscheidenden Umstände kann falsche Erwartungen auslösen. Deshalb finden Sie hier keine erfundenen Euro-Spannen für einzelne Verletzungen. Wir erklären die Bewertungsfaktoren und verlinken rechtliche Grundlagen.
Der BGH betont, dass eine angemessene einheitliche Entschädigung anhand aller Umstände zu bestimmen ist. Daraus folgt zugleich: Weder eine Tabelle noch ein automatischer Rechner kann die medizinische Dokumentation und die rechtliche Würdigung des konkreten Falls ersetzen.
So bereiten Sie den Vergleich Ihres Falls vor
Erstellen Sie eine kurze Zeitfolge vom Ereignis bis zum heutigen Stand. Ordnen Sie Befunde, Behandlungen, Reha und noch offene Untersuchungen zu. Notieren Sie außerdem, welche Beschwerden aktuell fortbestehen und was sich seit dem Ereignis im Alltag verändert hat.
Wenn Sie bereits ein Urteil oder einen Tabellenfund gefunden haben, bringen Sie die Quelle mit. Gemeinsam lässt sich dann herausarbeiten, welche Parallelen bestehen, welche Unterschiede entscheidend sind und ob die genannte Entscheidung für Ihre Situation überhaupt Aussagekraft hat.
GUT VORBEREITET
Das können Sie bereithalten
- Gericht, Datum und Aktenzeichen eines Vergleichsfalls
- Vollständige Beschreibung der Verletzungen
- Unterschiede bei Behandlung und Dauerfolgen
- Eigener zeitlicher Verlauf mit Belegen
Für einen ersten Kontakt müssen nicht bereits sämtliche Unterlagen vorliegen. Bekannte Fristen bitte sofort nennen.
Ihren Fall besprechenRechtliche Grundlagen & Quellen
- § 253 BGB · Immaterieller Schaden
- BGH, 15.02.2022 · VI ZR 937/20 · Gesamtbetrachtung statt Tagessätzen
Allgemeine Orientierung zum deutschen Recht. Die Inhalte ersetzen keine Prüfung Ihres konkreten Falls. Weitere Hinweise zur Redaktion und zu Korrekturen finden Sie unter Quellen & Redaktion.