RATGEBER / BEHANDLUNG & AUFKLÄRUNG
Schmerzensgeld wegen Narben nach Brustoperation: 5.000 Euro
Das Landgericht Dortmund bestätigte 2015 eine Zahlung von 5.000 Euro Schmerzensgeld nach einer fehlerhaften Brustoperation mit auffälligen Narben. Das Gericht berücksichtigte auch vorbestehende Eingriffe und Narben sowie die weitere Behandlung. Die Entscheidung ist deshalb kein isolierter Narbentarif. Maßgeblich war die Gesamtbelastung durch den konkret beanstandeten Eingriff und seine Folgen.
01 / WAS WAR PASSIERT?
Der konkrete Sachverhalt.
Nach einer erneuten Brustoperation bestanden ein unbefriedigendes Ergebnis und verbreiterte Narben. Die Bewertung betraf die Durchführung, die Nachbehandlung und die Dokumentation des Eingriffs. Eine weitere Operation wurde als erforderlich angesehen.
02 / DIE ENTSCHEIDUNG IM ORIGINAL
Einzelfallentscheidung – kein Schmerzensgeldtarif.
Verfahrensart: Urteil. Gerichtsdatum: 15.10.2015. Dieses Datum ist nicht das Veröffentlichungsdatum des Artikels.
| Gericht | Datum | Aktenzeichen | Verletzung | Betrag / Ergebnis | Primärquelle |
|---|---|---|---|---|---|
| LG Dortmund | 4 O 249/11 | Auffällige Narben nach fehlerhafter Brustoperation | 5.000 Euro Die Beklagte blieb zur Zahlung von 5.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Vorbestehende Operationen und Narben wurden mitberücksichtigt. Feststellung künftiger Ersatzpflicht und Anwaltskosten waren weitere, getrennte Positionen. | Amtlicher Entscheidungstext Tenor; Rn. 48–67 |
Die Beklagte blieb zur Zahlung von 5.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Vorbestehende Operationen und Narben wurden mitberücksichtigt. Feststellung künftiger Ersatzpflicht und Anwaltskosten waren weitere, getrennte Positionen.
03 / WAS DER FALL ZEIGT
Vorbestehende Narben und neue Folgen müssen auseinandergehalten werden
Nach mehreren vorausgegangenen Eingriffen musste das Gericht einordnen, welche zusätzlichen Beeinträchtigungen der streitigen Behandlung zuzurechnen waren. Es befasste sich auch mit der Nachbehandlung und den Auswirkungen einer fehlenden Operationsdokumentation auf die Beweiswürdigung. Eine weitere Korrektur wurde als erforderlich angesehen.
Die sichtbare Narbe allein erklärt den Betrag daher nicht vollständig. Ebenso wenig dürfen sämtliche früheren Veränderungen des Erscheinungsbilds dem zuletzt behandelnden Arzt zugerechnet werden. Für eine Prüfung helfen frühere Operationsberichte, vorhandene Fotos und die Unterlagen zum beanstandeten Eingriff. Feststellungen über zukünftige Ersatzpflicht und zusätzliche Kosten sind im Urteil eigenständige Positionen neben dem Schmerzensgeld.
So prüfen Sie die Vergleichbarkeit.
- Befund abgleichen: Vergleichen Sie die festgestellten Verletzungen und den Verlauf, nicht nur das Diagnosewort.
- Ergebnis richtig lesen: Unterscheiden Sie Forderung, frühere Zahlung, Gesamtbetrag und noch offene Nachzahlung.
- Haftung mitdenken: Prüfen Sie, ob die Entscheidung Mitverschulden, eigene Tiergefahr oder andere Besonderheiten berücksichtigt.
Diese Entscheidung ist ein Beispiel, keine Spanne und keine Kaufkraftanpassung. Sie ersetzt keine Prüfung Ihres Sachverhalts und garantiert kein Ergebnis.
Grundlagen: Behandlung & Aufklärung · Unterlagen und NachweiseQuellen und rechtliche Grundlagen.
LG Dortmund, Urteil vom 15.10.2015, 4 O 249/11
Amtlicher Entscheidungstext; Fundstelle: Tenor; Rn. 48–67.
Die gesetzlichen Links ordnen die behandelten Rechtsfragen ein. Der jeweilige Betrag und die konkreten Feststellungen stammen aus der verlinkten Gerichtsquelle. Die besprochenen Verfahren werden nicht als eigene Mandate oder Erfolge der Kanzlei dargestellt.
Autor: Rechtsanwalt Uğur Demirel, Rechtsanwaltskammer Hamm. Redaktionsgrundsätze und Korrekturhinweise.