RATGEBER / AUSGEWÄHLTE UNFALLENTSCHEIDUNGEN

Schmerzensgeld nach Radsturz über ein Kabel: 3.000 Euro

Das OLG Hamm bewertete 2021 nach einem Radsturz über ein Kabel insgesamt 3.000 Euro Schmerzensgeld unter Berücksichtigung eines hälftigen Mitverschuldens. Frühere Zahlungen von zusammen 2.000 Euro wurden angerechnet; weitere 1.000 Euro verblieben. Der Fall zeigt, dass Verletzungsfolgen und Haftungsanteile gemeinsam zu prüfen sind und Zahlbetrag sowie Gesamtbetrag auseinanderfallen können.

01 / WAS WAR PASSIERT?

Der konkrete Sachverhalt.

Sturz eines Radfahrers über ein ungesichertes Erdkabel. Radiusfraktur und weitere Verletzungen; unter anderem noch geschilderte Beeinträchtigungen an Handgelenk und Knie.

02 / DIE ENTSCHEIDUNG IM ORIGINAL

Einzelfallentscheidung – kein Schmerzensgeldtarif.

Verfahrensart: Urteil. Gerichtsdatum: 25.06.2021. Dieses Datum ist nicht das Veröffentlichungsdatum des Artikels.

Einzelfall mit Originalangabe – keine Spanne und keine Kaufkraftanpassung.
GerichtDatumAktenzeichenVerletzungBetrag / ErgebnisPrimärquelle
OLG Hamm7 U 89/20Radiusfraktur nach einem Fahrradsturz3.000 Euro
Gesamtbetrag nach Berücksichtigung von 50 % Eigenverschulden. Vorleistungen von 2.000 Euro und weitere zuerkannte 1.000 Euro wurden gemeinsam berücksichtigt.
Amtlicher Entscheidungstext
Rn. 43–63

Gesamtbetrag nach Berücksichtigung von 50 % Eigenverschulden. Vorleistungen von 2.000 Euro und weitere zuerkannte 1.000 Euro wurden gemeinsam berücksichtigt.

03 / WAS DER FALL ZEIGT

Warum die Haftungsquote den veröffentlichten Betrag prägt

Der Handgelenksschaden erklärt hier nur einen Teil des Ergebnisses. Das Gericht berücksichtigte zugleich eine Mitverantwortung der verletzten Person. Wer den Betrag ohne diesen Zusammenhang in eine Vergleichsliste übernimmt, vermittelt ein unvollständiges Bild der Entscheidung.

Ebenso wichtig ist die Anrechnung: Aus mehreren bereits erbrachten Leistungen und dem noch zugesprochenen Rest ergibt sich der Gesamtbetrag. Für die eigene Anfrage sollten daher sämtliche Abrechnungsschreiben und Zahlungseingänge vorliegen. Ein Vergleich nur mit der letzten gerichtlichen Nachzahlung kann die Bewertung erheblich verzerren. Ob in einem anderen Unfall ebenfalls eine hälftige Mitverantwortung besteht, muss gesondert geklärt werden.

So prüfen Sie die Vergleichbarkeit.

  1. Befund abgleichen: Vergleichen Sie die festgestellten Verletzungen und den Verlauf, nicht nur das Diagnosewort.
  2. Ergebnis richtig lesen: Unterscheiden Sie Forderung, frühere Zahlung, Gesamtbetrag und noch offene Nachzahlung.
  3. Haftung mitdenken: Prüfen Sie, ob die Entscheidung Mitverschulden, eigene Tiergefahr oder andere Besonderheiten berücksichtigt.

Diese Entscheidung ist ein Beispiel, keine Spanne und keine Kaufkraftanpassung. Sie ersetzt keine Prüfung Ihres Sachverhalts und garantiert kein Ergebnis.

Grundlagen: Ausgewählte Unfallentscheidungen · Unterlagen und Nachweise

Quellen und rechtliche Grundlagen.

OLG Hamm, Urteil vom 25.06.2021, 7 U 89/20
Amtlicher Entscheidungstext; Fundstelle: Rn. 43–63.

Die gesetzlichen Links ordnen die behandelten Rechtsfragen ein. Der jeweilige Betrag und die konkreten Feststellungen stammen aus der verlinkten Gerichtsquelle. Die besprochenen Verfahren werden nicht als eigene Mandate oder Erfolge der Kanzlei dargestellt.

Autor: Rechtsanwalt Uğur Demirel, Rechtsanwaltskammer Hamm. Redaktionsgrundsätze und Korrekturhinweise.

GUT ZU WISSEN

Fragen zu diesem Thema.

Allgemeine Orientierung ist ein Anfang. Welche Antwort für Ihren Fall trägt, klären wir anhand Ihrer Unterlagen.

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Was wurde in dieser Entscheidung zum Schmerzensgeld festgehalten?

Gesamtbetrag nach Berücksichtigung von 50 % Eigenverschulden. Vorleistungen von 2.000 Euro und weitere zuerkannte 1.000 Euro wurden gemeinsam berücksichtigt.

Warum waren nur noch 1.000 Euro offen?

Auf den bewerteten Gesamtbetrag von 3.000 Euro waren bereits Zahlungen von insgesamt 2.000 Euro anzurechnen. Der Gesamtbetrag berücksichtigte außerdem hälftiges Mitverschulden.

Wie lässt sich der Fall mit meiner Situation vergleichen?

Prüfen Sie die tatsächlich festgestellten Folgen: Radiusfraktur nach einem Fahrradsturz. Hinzu kommen Behandlungsverlauf, Haftungsanteile und frühere Zahlungen. Der veröffentlichte Fall liefert keinen garantierten Betrag für eine andere Person. Eine Anfrage wahrt keine Frist.

VOM VERGLEICHSFALL ZU IHREM ANLIEGEN

Was bedeutet das für Ihren Fall?

Schildern Sie Ereignis, Folgen und bisherige Zahlungen. Umfang und Kosten einer möglichen Beauftragung werden vorab geklärt. Eine Anfrage wahrt keine Frist.

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