RATGEBER / AUSGEWÄHLTE UNFALLENTSCHEIDUNGEN

Schmerzensgeld bei Nasenbeinbruch: 2.500 Euro nach Körperverletzung

Das Amtsgericht Dülmen bewertete 2013 einen Nasenbeinbruch nach einer Körperverletzung mit 2.500 Euro Schmerzensgeld. Entscheidend waren die im Verfahren festgestellten Verletzungsfolgen und die Umstände des Angriffs. Der Betrag ist kein fester Preis für einen Knochenbruch. Für andere Fälle müssen insbesondere Behandlung, Heilung und mögliche bleibende Beeinträchtigungen gesondert betrachtet werden.

01 / WAS WAR PASSIERT?

Der konkrete Sachverhalt.

Unvermittelter Faustschlag mit schmerzhafter Nasenbeinfraktur. Operative Behandlung und länger andauernde Probleme mit der Nasenatmung; bei der Entscheidung war die Verletzung noch nicht ausgeheilt.

02 / DIE ENTSCHEIDUNG IM ORIGINAL

Einzelfallentscheidung – kein Schmerzensgeldtarif.

Verfahrensart: Urteil. Gerichtsdatum: 16.07.2013. Dieses Datum ist nicht das Veröffentlichungsdatum des Artikels.

Einzelfall mit Originalangabe – keine Spanne und keine Kaufkraftanpassung.
GerichtDatumAktenzeichenVerletzungBetrag / ErgebnisPrimärquelle
AG Dülmen3 C 33/13Nasenbeinfraktur nach einem Faustschlag2.500 Euro
Das Gericht berücksichtigte auch den vorsätzlichen, unprovozierten Angriff. Dieser Umstand unterscheidet den Fall von einer fahrlässig verursachten Verletzung.
Amtlicher Entscheidungstext
Tenor; Rn. 37–41

Das Gericht berücksichtigte auch den vorsätzlichen, unprovozierten Angriff. Dieser Umstand unterscheidet den Fall von einer fahrlässig verursachten Verletzung.

03 / WAS DER FALL ZEIGT

Verletzung und Angriffssituation gehören zur Einordnung

Bei einer vorsätzlichen Körperverletzung erschöpft sich die Bewertung nicht in der Bezeichnung des gebrochenen Knochens. Auch die Umstände der Verletzung sind für die Gesamtbetrachtung relevant. Der veröffentlichte Fall sollte deshalb mit seinem tatsächlichen Geschehen gelesen werden, nicht nur mit der danebenstehenden Zahl.

Für die Prüfung helfen ärztliche Erstbefunde, gegebenenfalls Operationsberichte und Unterlagen zum weiteren Verlauf. Strafanzeige und zivilrechtlicher Zahlungsanspruch sind außerdem unterschiedliche Schritte. Eine Anzeige allein legt keinen Schmerzensgeldbetrag fest. Bereits abgegebene Erklärungen oder Zahlungen sollten bei einer Anfrage mitgeteilt werden, damit der Stand der Regulierung vollständig erfasst werden kann.

So prüfen Sie die Vergleichbarkeit.

  1. Befund abgleichen: Vergleichen Sie die festgestellten Verletzungen und den Verlauf, nicht nur das Diagnosewort.
  2. Ergebnis richtig lesen: Unterscheiden Sie Forderung, frühere Zahlung, Gesamtbetrag und noch offene Nachzahlung.
  3. Haftung mitdenken: Prüfen Sie, ob die Entscheidung Mitverschulden, eigene Tiergefahr oder andere Besonderheiten berücksichtigt.

Diese Entscheidung ist ein Beispiel, keine Spanne und keine Kaufkraftanpassung. Sie ersetzt keine Prüfung Ihres Sachverhalts und garantiert kein Ergebnis.

Grundlagen: Ausgewählte Unfallentscheidungen · Unterlagen und Nachweise

Quellen und rechtliche Grundlagen.

AG Dülmen, Urteil vom 16.07.2013, 3 C 33/13
Amtlicher Entscheidungstext; Fundstelle: Tenor; Rn. 37–41.

Die gesetzlichen Links ordnen die behandelten Rechtsfragen ein. Der jeweilige Betrag und die konkreten Feststellungen stammen aus der verlinkten Gerichtsquelle. Die besprochenen Verfahren werden nicht als eigene Mandate oder Erfolge der Kanzlei dargestellt.

Autor: Rechtsanwalt Uğur Demirel, Rechtsanwaltskammer Hamm. Redaktionsgrundsätze und Korrekturhinweise.

GUT ZU WISSEN

Fragen zu diesem Thema.

Allgemeine Orientierung ist ein Anfang. Welche Antwort für Ihren Fall trägt, klären wir anhand Ihrer Unterlagen.

Persönlich nachfragen
Was wurde in dieser Entscheidung zum Schmerzensgeld festgehalten?

Das Gericht berücksichtigte auch den vorsätzlichen, unprovozierten Angriff. Dieser Umstand unterscheidet den Fall von einer fahrlässig verursachten Verletzung.

Bestimmt eine Strafanzeige die Höhe des Schmerzensgelds?

Nein. Die Strafanzeige ersetzt die zivilrechtliche Prüfung der Haftung und der konkreten Verletzungsfolgen nicht. Auch der Betrag aus diesem Urteil gilt nicht automatisch für einen anderen Angriff.

Wie lässt sich der Fall mit meiner Situation vergleichen?

Prüfen Sie die tatsächlich festgestellten Folgen: Nasenbeinfraktur nach einem Faustschlag. Hinzu kommen Behandlungsverlauf, Haftungsanteile und frühere Zahlungen. Der veröffentlichte Fall liefert keinen garantierten Betrag für eine andere Person. Eine Anfrage wahrt keine Frist.

VOM VERGLEICHSFALL ZU IHREM ANLIEGEN

Was bedeutet das für Ihren Fall?

Schildern Sie Ereignis, Folgen und bisherige Zahlungen. Umfang und Kosten einer möglichen Beauftragung werden vorab geklärt. Eine Anfrage wahrt keine Frist.

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